Storch (Bauplan)
Horst Pusch aus Rheinstetten baute diesen Drachen nach einem alten Bauplan von Bruno Horstenke. Er stammt aus dem Jahre 1932, ist aber möglicherweise noch älter. Die Kollegen von Sport und Design berichteten in Ausgabe 1/97 über diesen Drachenbauer.
Horst schreibt, dass er die Kiefernstäbe paarweise gebunden hätte und mit einer gespannten Schnur über heißem Wasser passend gebogen. Dazu braucht man etwas Gefühl für das Material und vor allem Geduld. Die wird einem dann später belohnt. Für das Segel fertigte er eine Halbschablone aus Packpapier an. Das Segel ist aus weißem Futternylon. Horst faltete das Tuch mittig zusammen und bügelte es. Dabei entstand eine mittige Bügelfalte, die er beim Ausrichten des Tuches auf das Segel ausnutzte.
Das Tuch zieht sich etwas, entgegen anderslautenden Beschreibungen lässt es sich sehr gut mit der Schere schneiden. Soweit es geht säumte ich mit der Nähmaschine, den Rest musste ich mit der Hand festnähen. Der Schnabel wurde etwas verändert, da der Originalbauplan (mit Gummiband umwickeln) den Kopf etwas verspannt. Die Farbe besteht aus wasserfester Nachfüllfarbe für Eddingstifte. Da sie im Tuch etwas verläuft, brauchte ich nur einen Fingerhut voll. Die Farbe haftet bis jetzt sehr gut.
Die Waage ist sehr kurz, die Maße stimmen aber. Dadurch ist sein Flugbild sehr lebendig, denn er reagiert auf jede Windänderung. In Bodennähe gleicht sein Flugverhalten einem Delta, das führte beim Justieren der Waage zweimal zu Schnabelbruch. Jetzt, da der Storch gut fliegt, habe ich einen Schnabel aus dickem Bambusrohr geschnitzt, etwa 4 mm stark. Durch Auf- und Abbau hat mein Storch ein paar Falten am Hals bekommen, die aber nur aus der Nähe zu sehen sind. Die Sturmverspannung habe ich fortgelassen. In Karlsruhe meinten einige Drachenpiloten ob des guten Flugverhaltens, dass man den Storch auch aus Spinnaker und GfK bauen könnte. Das bezweifle ich sehr, hoffe jedoch zugleich, dass mir jemand das Gegenteil beweist.
Bis hier die Anmerkungen von Horst Pusch zu seinem Storch-Nachbau. Der folgende Bauplan von Bruno Horstenke wurde zuerst im Verlag C.J.E. Volkmann, Nachfolger E. Wette, Berlin-Charlottenburg 2, veröffentlicht. Jürgen Gutzeit
Bei diesem Bauplan handelt es sich nicht um Segel- und Motorflugmodelle, sondern um Modelle, die als Drachen und Segler zu bezeichnen sind. Das Modell "Storch" ist ein Drachen, der aber freifliegend auch schöne Segelflüge ausführt, während das als Drachen weniger geeignete Modell "Puck" als Segler gilt. Somit wird den Freunden des Drachen- und Flugmodellsportes etwas Neuartiges geboten. Langjährige Versuche mit den verschiedensten Bauarten ergaben hervorragende Flugeigenschaften. Der im Bauplan beschriebene Drachen ist einem Storch nachgebildet und sieht diesem in der Luft täuschend ähnlich. Seine Herstellung ist äußerst einfach und billig.
Ein absturzsicherer ausgezeichneter Segler ist das Modell "Puck". Beide Modelle "Storch" und "Puck" lassen sich wie ein Drachen auf jede gewünschte Höhe bringen und zum Transport schnell und einfach zusammenlegen. Für das Ablösen der Modelle von der Halteschnur, sei auf die von den Erbauern - gesetzlich geschützte - entwickelte Spezial-Auflösevorrichtung hingewiesen. Zwecks Beschaffung von Materialien, Einzelteilen, sowie auch von flugfertigen Modellen, wende man sich an die Verfasser, die hierüber gern nähere Auskunft erteilen.
Besondere Hinweise: Genaues Studium der Baubeschreibung und Vergleich derselben mit Stückliste und Bauplan ist erforderlich. Die angegebenen Maße sind nicht als absolut bindend zu betrachten und können von der Bauzeichnung etwas abweichen. In Ermangelung einer Bohrmaschine genügt als Holzbohrer ein scharfkantig angespitzter harter Draht. Größere Löcher (Schraubenlöcher) können durch Nachbrennen vergrößert werden.