Diskussion:Drachen - das Spiel mit dem Wind
Drachen - Das Spiel mit dem Wind
oder
Das Drachen-ABC
Das Handbuch überhaupt zum Thema "Wie schaffe ich es, daß er oben bleibt?" von den Experten Jens Baxmeier und Gerhard Nowak
Vorwort
Das Steigenlassen von Drachen hat sich in den letzten Jahren zu einer eigenen Kultur entwickelt. Täglich stehen hunderte von Drachenfliegern auf der Wiese, um den Versuch zu wagen, ein Objekt aus Stäben und Stoffen an einer Leine in den Himmel zu ziehen. Dieses Buch zeigt diese Welt und fuhrt Sie mit einem ausführlichen Stichwortverzeichnis in die Szene ein.
Stichwortverzeichnis
- Abkupfern
- Die Kunst einen völlig neuen und einzigartigen Drachen zu bauen, obwohl ein anderer das gleiche Modell schon früher hatte. Wichtig ist es, dass man den schöneren Namen gewählt hat und standhaft behauptet, daß man den Drachen zuerst hatte.

- Abstandshalter
- Gerät, dass aufgrund der großen Beliebtheit des Drachensports und dem daraus folgenden Gedränge bei Drachenfesten entstanden ist. Wird zur Sicherung des Flugbereichs eingesetzt (Siehe dort). Leider wirken sich Abstandshalter negativ auf die Kommunikation aus.

- Anfänger
- Person, die erst seit kurzen in die Drachenszene eingetreten ist. Erkennbar sind Anfänger an ihren leuchtenden Augen und den in ihrem Wortschatz dominierenden Wörtern "Ohh" und "Ahh". Beim Drachenfliegen fallen sie durch unkontrollierte Bewegungen und wild gestikulierende Arme auf.
- Absturz
- Gehässiges Wort für Landung (siehe dort)
- Acht
- Zahl mit einer typischen Form,die im Wettbewerb mit Lenkdrachen geflogen wird. Dürfte aber einigen Wettbewerbsteilnehmern nicht bekannt sein, betrachtet man die Ausführung in der Luft. Dabei behaupten diese Personen inständig die Grundschule absolviert zu haben.

- Angst
- Zustand von Lebewesen, die sich in weit geöffneten Pupillen und verkrampfter Gesichtsmuskulatur äußert. Ausgelöst wird die Angst von der 10 cm entfernten Leitkante eines sich nähernden Lenkdrachens.
- Applikation
- Herstellungsmethode für Drachensegel, die aus dem Geiz der Drachenbauer herrührt. Für Applikationen wird aus Stoffresten ein Segel zusammengeflickt, was dann als besonders originell gelten soll.
- Auftrieb
- Der Auftrieb ist der Trieb der Drachenflieger, die Drachen immer höher und höher steigen zu lassen.
- Bambus
- lat. Bambusaceae, tropisches Gras-Gewächs mit von unten bis oben gleichdickem Halm. Bambus-Gras ist so stabil, daß es von Drachenfliegern als Gestänge benutzt wird. Es wird getrocknet und gespalten verarbeitet. Einige Drachenflieger spalten auch ihr Kolecfaserrohr, was allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen wird.
- Ballettflieger
- Lenkdrachenflieger, der sich ernsthaft im Wettkampf mit Drachen betätigt. Ballett ist eine Wettkampfklasse für Lenkdrachen, bei der es auf besonders graziöse Bewegung des Piloten ankommt. Obligatorisch ist das gerüschte Ballettröckchen.
- Bauch
- Wie sein Besitzer, verfugt auch der Drachen über einen Bauch. Im Gegensatz zum Drachen, bei dem der Bauch vom Wind gebildet wird, ist bei seinem Besitzer eher eine Überdosis Hopfen und Malz schuld.
- Baum
- hochwüchsige Pflanze, die für die Ermittlung der Windstärke (Siehe Anhang) aufgestellt wurden. Die Erkennungsmethode der Windstärke:
Nichts bewegt sich - Kein Wind
Die Äste wackeln - Wind
Der Baum liegt - zuviel Wind
Leider sind die Bäume häufig so gedankenlos positioniert, daß sie mitten im Flugbereich stehen und durch hängengebliebene Drachen ermitteln, wieviele ungeschickte Drachenflieger es gibt.
- Buggy-Fahrer
- Person, die sich mit "Buggys", dreirädrigen Kinderkarren, am Strand beschäftigen. Sie beherrschen das Fliegen so gut, daß sie nebenbei einen Drachen steuern können.
- Einleinerflieger
- Die große Gruppe in der Szene. Gegenüber den anderen Drachenfliegern sind sie ausreichend mit einer Leine pro Drachen beschäftigt und halten nichts davon, ewig mit dem Drachen am Himmel herumzuflitzen. Von Langeweile kann aber kaum die Rede sein, denn es bleibt immer eine Hand
frei. Wofür die Einleinerflieger diese benutzen, ist unterschiedlich.
- Kitesurfer
- Ehemaliger Buggyfahrer der aus Verzweiflung des Nichtgelingens ins Wasser geht.
- Pin-Sammler
- Diese Gattung wird aus historischen, aber nicht mehr nachvollziehbaren Gründen zur Drachenszene gezählt. So handelt es sich nicht um Litfasssäulen am Strand, sondern um Pin-Sammler, die sich unter einer Körperbedeckung von Pins verstecken.
- Power-Kiter
- Meist für komische Kauze gehaltene Drachenflieger. Die Power-Kiter fesseln sich an im Verhältnis zu Ihrer Körpergröße überdimensionierte Lenkdrachen und lassen sich von den hohen Zugkräften über den Boden schleifen. Einige scheinen sich Sprungfedern unter die Füße geschnallt zu haben, denn Sie vollfuhren waghalsige Luftsprünge über den Strand.
- Teamflieger
- Mehrere Drachenflieger bei dem Versuch, zusammen an dem zu scheitern, was sie schon alleine nicht können. Da es so aufregend ist, mit den Lenkdrachen eng nebeneinander zu fliegen, trippeln sie aufgeregt auf der Stelle.
- Vierleiner
- Unter den Lenkdrachenfliegern gibt es die Vierleiner-Typen, die ähnlich Marionettenspielern ihren Drachen steuern. Diese werden hoch angesehen, wenn sie ihr Werk verstehen. Verfangen sie sich aber in den eigenen Leinen, so besteht kaum Aussicht auf Rettung.