Waage Bautechniken

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Dieser Artikel basiert auf Ausführungen von Andy Wardley.

Herzlichen Dank an Michael Hildebrandt, dessen Übersetzung hier verwendet werden darf.

Einleitung

Dieses Schriftstück beschreibt die Techniken, die zur Konstruktion der Aktivwaage notwendig sind.

Waagebrett

Abb. 1

Der einfachste Weg, eine Waage aus Maßangaben herzustellen ist, sich als erstes ein Waagebrett zu konstruieren. Wenn man auf einer Holzleiste Längen misst und markiert hat man ein einfaches Lineal um Waageschnüre zu messen, schneiden und zu markieren

Um ein Waagebrett herzustellen benötigt man eine massive Holzleiste von einigen Zentimetern Stärke und ca. 1 m Länge (etwas mehr als 1 m ist empfehlenswert). Markiere eine Linie ( die Nullinie ) kurz vor einem der beiden Enden im rechte Winkel zur Länge der Leiste. Mittig auf die Nullline wird eine dünner Nagel eingeschlagen. Der Nagel wird nicht komplett eingeschlagen, so dass am herausstehenden Ende die Waage eingehängt werden kann. Markiere eine zweite Linie 100 cm entfernt von der Ersten, die 100er-Linie. Hier wird entsprechend der Nulllinie ein zweiter Nagel eingeschlagen. Bei Leisten, die kürzer als ein Meter sind, sind entsprechend kürzere Abstände (75 cm, 85 cm etc.) zu wählen.

Oder, nimm eine längere Leiste.

Markierpunkte setzen

Wenn wir eine Waage bauen wollen, so werden die die Maße direkt auf dem Waagebrett von der Nullinie aus mit einem Maßstab oder Bandmaß markiert. Längen, die größer als ein Meter sind werden von der 100er-Linie aus zurückgemessen in Richtung Nullinie. Jetzt ist es von Vorteil, wenn eine Leiste von einem Meter Länge benutzt wurde: eine Länge von 1,45 m z.B. kann einfach durch einfaches Abziehen der 100 cm Brettlänge von der 100er Linie aus mit 45 cm markiert werden.

Ein Waagebrett kann mit den Maßen einiger unterschiedlicher Drachen versehen werden. Es muß hier aber auch gewarnt werden: mit 11 Versionen von 3 verschiedenen Waagen wird es unübersichtlich, wenn sie alle auf dem selben Brett markiert werden. Es ist sinnvoll die unterschiedlichen Waagen der Drachen mit verschiedenfarbigen Stiften oder auf unterschiedlichen Seiten der Leiste zu markieren (wenn es nicht stört, das mehrere Linien und mehrere Nägel auf der Leiste sind). Alle Maße sollten mit mit Drachennamen oder Bezeichnung des Abschnitts (z.B. BoxOfTricks oberer Schenkel Activator-Markierung) aufbringen und keine Angst vor kleinen Notizen oder Erinnerungen auf der Leiste. Ein oder zwei Monate später ist man froh über jede Bemerkung, weil man nicht mehr weiß, wofür die Markierungen sind.

Waage-Schnur

Es sollte eine hochwertige, ummantelte Spectra- (Dyneema-) Schnur benutzt werden. Das verhindert, das die Leine sich beim Fliegen dehnt. Für Ultraleicht- und Indoor-Drachen kann zur Reduzierung des Gewichts Schnur ohne Ummantelung benutzt werden. Schnur mit ca. 70 daN Bruchlast ist für fast alle Belastungen ausreichend.

Das einzige Problem beim Gebrauch nicht ummantelter Schnur ist die Neigung zum Verrutschen. Dazu sollte kleine Überhandknoten am Ende zur Verhinderung angebracht werden. Dabei sollte beachtet werden, das man erst die Knoten setzt und dann die Leine auf Länge schneidet. Knoten kürzen die Gesamtlänge der Leine! An Anbindungspunkten zweier Leinen werden Markierungen mit einem Lackstift gesetzt. Der Stift sollte ruhig einen Moment auf die Schnur gehalten werden, damit sich die Farbe in die Fasern saugt. Der Lack erzeugt genug Widerstand um die Schnur in Position zu halten und bietet eine gut Sichtbare Markierung für den Zusammenbau der Waage.

Messen der einzelnen Teile

Wenn ein einzelnes Teil der Waage ausgemessen wird, so ist es sinnvoll ein Ende der Schnur fertigzustellen (normalerweise wird das Ende mit einer Schmelzperle versehen siehe nächster Abschnitt), es gegen die 0-Linie zu halten und die Schnur straff am Waagebrett langzuziehen.Dann ist es kein Problem die Maße, die vorher am Brett markiert wurden abzulesen. Wenn das Ende eine Schmelzperle benötigt wird der Schenkel mit etwas Übermaß geschnitten. Wird eine Markierung benötigt, so wird diese einfach mit einem Lackstift in Höhe der Markierung auf dem Brett aufgetupft.

Herstellung von Schmelzperlen

Abb.2

Eine elegante Alternative zu Stopperknoten ist die Verwendung von Schmelzperlen an den Leinenenden. Diese Technik wurde meiner Meinung nach von Tim Benson eingeführt, der diese Technik an seinen Drachen seit vielen Jahren erfolgreich einsetzt.

Wenn die Schnur exakt abgelängt wird (die Herstellung der ersten Schmelzperle erfordert keine Maßhaltigkeit), ist für die zweite Schmelzperle eine Zugabe von ca. 5 mm erforderlich. Am Leinenende wird mit dem Finger das Geflecht etwas aufgeweitet. Mit einem Feuerzeug wird das Ende angeschmolzen. Wenn die Fasern sich zurückziehen und schmelzen wird das Ende gegen eine harte, feuerfeste Fläche gehalten. Die Metallfläche am oberen Feuerzeugrand ist dafür bestens geeignet. Dein Finger nicht unbedingt...

Dieser Prozess sollte eine Art Flansch aus gehärtetem Kunststoff erzeugen, der sich zum Schnurende hin öffnet. Das ist eigentlich alles, was notwendig ist um das Schnurende daran zu hindern, das es aus dem Knoten herausrutscht. Es ist eventuell ein weiteres Anschmelzen und Stauchen notwendig, um die Schnur auf die exakte Länge zu bringen.

Es war uns bisher nicht möglich folgendes Problem zu lösen: was ist zu tun, wenn die Schnur zu kurz geschmolzen ist? :-)=

Herstellung von Schlaufen

Die Verbindung einer Waage am Mittelkreuz wird am Besten durch eine Schlaufe gelöst. Dazu wird die benötigte Schenkellänge doppelt gelegt und am durchgehenden Ende ein einfacher Überhand Knoten angebracht. Es entsteht eine Schlaufe, die am Kielstab unterhalb des Mittelkreuzes angebracht wird. Wenn dieser Knoten gefertigt wird ist es sinnvoll ihn um einen Stab im Durchmesser des Kielstabes zu schlaufen um sicherzustellen, das die Schlaufe später stramm am Stab sitzt.

Die beiden Enden der Schlaufe werden die inneren Schenkel der Waage an beiden Seiten des Drachen. Das Design der Aktiv-Waage ist so gestaltet, das ein durchgehendes Schnurstück vom unteren Anbindungspunkt an der Leitkante der einen Seite über den Kielstab am Mittelkreuz zum Anbindungspunkt der anderen Seite läuft.

Befestigung der Waage am Drachen

Wenn eine Aktiv-Waage für einen Drachen entworfen wird, so besteht der Wunsch die vorhandene Waage am Drache zu lassen. Befestige die neue Waage am Drachen, laß die alte Waage an ihrem Platz und wechsle die Flugleinen zwischen den Anbindungspunkten der beiden Waagen um die Flugcharakteristiken gegeneinander vergleichen zu können.

Diese Methode ist unbedingt zu empfehlen, wenn eine Aktivwaage für einen Drachen komplett neu entwickelt wird. mit belassen der Originalwaage am Drachen ist immer ein Maßstab vorhanden, an dem die neuen Waagemaße verglichen werden können. Die Waagen können stramm gegeneinander gehalten werden, um zu sehen, wo der Anbindungspunkt der Aktivwaage liegen muß. Für mehr Informationen siehe auch in dem später folgenden Abschnitt "Konstruieren und Tunen einer Aktivwaage".

Wenn die Aktivwaage auskonstruiert ist und gute Ergebnisse liefert, kann die Originalwaage entfernt werden.


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