Schlittendrachen

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Schlittendrachen bzw. Sled-Kites, bezeichnet eine Drachenbauform, die als Zugdrachen für Schlitten (Englisch: Sled) konzipiert wurde.

Geschichte der Schlittendrachen

Als Vorläufer der heutigen Schlittendrachen kann der Ende der 1940er Jahre von Francis Rogallo entwickelte Rogallo bezeichnet werden.

Der erste Schlittendrachen wurde in den 1950er Jahren vom Amerikaner William Allison in Dayton, Ohio entworfen. William Allison nannte den Drachen damals Polymorphic Kite, was andeuten sollte, dass dieser Drachen seine Form mit dem Wind ändern könnte.

Der Original William Allison Sled verjüngt sich nach hinten. Ein einfaches Design besteht aus zwei Stringern (Englisch: longerons) und einer beidseitigen Waage (Englisch: two-legged bridle). Die beiden Seiten, an denen die Waage befestigt ist, funktionieren als Kiel, aber dennoch wird zur Stabilisierung u.U. ein Dracheschweif (oder Schlitze bzw. Öffnungen am hinteren Teil des Drachensegels) benötigt.

Die Weiterentwicklung des William Allison Drachens mit parallelen Schlitzen bzw. Öffnungen aus dem Jahr 1964 stammt von Frank Scott, der den Drachen aufgrund seiner Flexibilität und des guten Flugverhaltens ursprünglich Flexible Flyer nennen wollte. Da aber dieser Name jedoch bereits von einer Firma verwendet wurde, die den sogenannte Flexible Flyer Snow Sleds herstellte, entschied sich Scott den Drachen Sled Kite zu nennen. Seither werden diese Drachen Sleds genannt und laut Garry Engvall's Kite Site [1] gibt es seither fast so viele verschiedene Sled Typen, wie es Menschen gibt, die solche gebaut haben!

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass andere Quellen Ed Grauel (der die Öffnungen erstmals trapezförmig ausführte) oder auch den schwedischen Drachenbauer Olle Nessle für bestimmte Weiterentwicklungen des Allison Modells verantwortlich nennen.

In den 1960er Jahren konstruierte Harry Sauls, der Konstrukteur des Naval Barrage Kite, ebenfalls einen eigenen Schlittendrachen, den American Sportsman Kite.

Bei sogenannten Stauluft-Schlittendrachen werden die Stringer des William Allison Designs durch zwei luftdurchströmte Röhren an den Seiten des Drachens ersetzt. Außerdem existieren Modelle mit einer dritten, mittleren Luftröhre. Eine weitere Abwandlung dieses Drachens mit erhöhter Anzahl an Röhren ist der sogenannte Panflötendrachen. Ein Beispiel für einen solchen Panflute-Kite mit insgesamt sieben Röhren findet man hier.

Schlittendrachen fliegen

Schlittendrachen entwickeln, abhängig von ihrer Baugröße und den herrschenden Windverhältnissen, erhebliche Zugkräfte. Kleine Modelle wie die Minisleds oder der Power Sled von Premier Kites oder wie der Sleddy von InVento-HQ mit ca. 75cm Spannweite sind als Kinderdrachen geeignet.

Ab ca. 1,7 Meter Spannweite nennt Premier Kites seine Schlittendrachen Power Sleds ab ca. 2,4 Meter Large Power Sleds, und für Modelle wie den Jumbo Power Sled mit 3 Meter Spannweite oder den InVento-HQ Mega-Sled 9.0 empfiehlt der Kite 'n' Art Kunstdrachenverlag richtigerweise den Einsatz von Bodenanker und Handschuhen.

Schlittendrachen im Einsatz

Jumbo Power Sled

Ähnlichkeiten

Stauluft-Schlittendrachen haben gewisse Ähnlichkeit mit Flowform Lifterdrachen oder dem Nasa Wing von InVento-HQ.

InVento-HQ Nasa-Wing

Bauanleitungen

Der Bau eines Schlittendrachens soll relativ einfach sein und wird z.T. mit dem Attribut "kinderleicht" umschrieben, die Schwierigkeiten liegen allerdings, wie so oft, im Detail. Eine Auswahl von Bauanleitungen findet man hier:

Bauanleitung für Kinder SLED

Modellvarianten

Bei einigen der unten genannten Modellvarianten wie z.B. der Power Sled Familie (Normal, Large, Jumbo) ist die Drachentasche mittels Schnüren am Segel des Schlittendrachens befestigt und dient als Windsack, der den Drachen im Flug stabilisiert.

Quellen