Leine

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An der Leine, auch Flugleine oder Flugschnur genannt, wird ein Drachen befestigt.

Anforderungen an die Leine

Je nach Einsatzgebiet der Leine sind die hier genannten Parameter mal mehr und mal weniger von Bedeutung. Was bei allen Leinen beachtet werden sollte, dass das verwendete Material UV beständig ist.

Lenkdrachen

Für Lenkdrachen mit dem Einsatzgebiet, Spaß, Trick, Präzision oder Wettbewerben, sollte die Leine dehnungarm, gut vorgereckt, sehr glatt, wenig Reibung erzeugen und mit rundem Querschnitt sein. Somit hat man immer eine gute Kontrolle über den Drachen, da die Leine nicht vom Wind weg gedrückt wird und Lenkbefehle direkt ohne große Verluste an den Drachen übertragen werden. Wer nicht nur tagsüber und bei bestem Wetter fliegt, wird eine imprägnierte Leine, die kein Wasser aufnimmt, zu schätzen wissen. Insbesondere in den Abendstunden (Kondenswasser) oder an trüben, nebligen oder feuchten Tagen kann sie ihre Vorteile ausspielen. Als Material bietet sich Spectra/Dyneema und Coramid an, da diese Fasern eine sehr geringe Dehnung und hohe Festigkeit haben.

Powerkites

Bei Powerkites ist es wichtig, dass die Leine strapazierfähig ist. Tritt eine Beschädigung auf kann die Leine sonst schnell reißen, was zu Verletzungen führen kann. Daher ist es auch wichtig, dass die Leine eine dichte Flechtung hat, damit sich kein Schmutz, z.B. Sand, in die Leine setzen kann und diese durch Reibung zerstört. Beim Kitesurfen oder Snowkiting sollte die Leine auch kein Wasser aufnehmen. Kitesurfen oder Fliegen am Strandnähe erfordert eine Leine, die seewasserbeständig ist. Eine besonders Glatte Leine ist nicht nötig, da nicht so viele Turns in die Leine geflogen werden. Wie bei allen anderen Lenkdrachen ist auch hier eine Leine gefragt, die sehr wenig Dehnung hat, damit Lenkbefehle direkt am Drachen ankommen. Geeignete Materialien sind Spectra/Dyneema und Coramid.

Einleiner

Die meisten Einleiner fordern ganz andere Eigenschaften der Leine als Lenkdrachen. Hier sind Leinen, die eine gewisse Dehnung haben, oft gewünscht. Durch die Dehnung der Leine werden Windböen abgefangen und der Drachen steht stabiler am Himmel. Auch ein dickerer Leinendurchmesser kann von Vorteil sein, da er den Drachen ähnlich wie ein Windsack stabilisiert. Besonders wichtig ist, dass die Leine griffig ist und nicht schneidet, damit man den der Drachen direkt an der Leine festhalten kann. Als Material bietet sich Polyester und Polyamid an, da diese eine gewisse Dehnung haben. Will man einen Einleiner steuern, wie z.B einen Rokakku oder synergetischer Drachen, sollte die Leine nur eine geringe Dehnung haben und sehr griffig sein. Bei synergetischer Drachen oder anderen Leichtwinddrachen ist zudem das Gewicht der Leine noch entscheidend. Ist die Leine zu schwer wird ein leichter Drachen von ihr nach unten gezogen.

Eigenschaften

Leinen unterscheiden sich hinsichtlich Ihres Aufbaus nach:

Material

Haltbarkeit

Eine gute Leine mag teurer sein, als scheinbar vergleichbare Noname-Produkte, aber ihre exzellenten Eigenschaften und vor allem ihre lange Haltbarkeit sind es allemal wert. Eine gute Leine kann ein ganzes Drachenfliegerleben halten.

Anzahl der Flechtungen

  • je höher Anzahl der Flechtungen der Leine ist, desto
    • glatter ist deren Oberfläche
    • geringer ist die Reibung der Leinen unter einander
    • aufwändiger und damit teurer ist die Herstellung
    • geringer ist die Dehnung der Leine
    • geringer ist ihr Querschnitt

Querschnitt

Der Querschnitt bestimmt wesentlich den Windwiderstand der Leine, je kleiner der Durchmesser umso geringer ist der Windwiderstand. Dabei ist auch entscheidende, ob die Leine flach oder rund geflochten ist. Eine rund geflochtene Leine hat einen geringeren Windwiderstand, da der Wind besser an ihr vorbei strömen kann als bei einer flachen Leine.

Gewicht

Bei Leinenlängen bis 100m und nicht zu kleinen Drachen kann das Gewicht der Leine vernachlässigt werden. Bei extrem kleinen und leichten Drachen oder synergetischer Drachen ist das Gewicht der Leine bemerkbar und wirkt sich auf die Performance aus.

Vorbehandlung

  • Imprägnierung
    • Glätten der Oberfläche um Reibung zu verhindern
    • Verhinderung des Saugens von Wasser, was das Gewicht von Leinen sonst beträchtlich erhöhen kann
  • Vorrecken
    • Werksseitige Vordehnung der Leinen, damit sie sich im Einsatz nicht mehr stark nach dehnt. Zwar dehnt sich jede Leine stets ein wenig, vorgereckte Leinen müssen aber kaum noch in ihrer Länge neu justiert werden.

Betreibseigenschaften

  • Dehnung (für Lenkdrachen ist eine Leine mit geringer Dehnung wichtig. Andernfalls würde der Lenkimpuls nicht am Drachen ankommen und der Lenkdrachen könnte nicht exakt gesteuert werden)
  • Windwiderstand (vom Querschnitt abhängig)
  • Wassersaugfähigkeit
  • Farbe und Reflektionsverhalten